Auf nach Vietnam
Morgen ist es soweit!
Diesmal werde ich alleine unterwegs sein, Josef kann sich im Winter nicht von Österreich trennen, er hofft immer noch auf Schnee und viele Schitouren ; ). "Außerdem fahren wir sowieso am 20. April für längere Zeit nach China", meint er.
Also fliege ich zuerst mit Elfi nach Bangkok und am nächsten Tag alleine weiter nach Hoi An.
Den Norden des Landes haben wir schon 2022 bereist, dieses Mal möchte ich Zentral- und Südvietnam erkunden.
Die Vorbereitungsarbeiten sind erledigt, ich habe mich eingelesen, eine flexible Route geplant, eVisum für Vietnam beantragt, Einreiseformular für Thailand (seit Mai 2025 nötig) ausgefüllt, eSIM gekauft...
Die vielen Arbeiten im und für das Haus fallen dieses Mal weg, Josef bleibt ja hier.
Ich freue mich schon, endlich weg aus der Kälte!
Über Bangkok nach Vietnam
Am 4. Februar bringt mich Josef nach Neumarkt zum Bahnhof und ich fahre gemütlich mit dem Zug zum Flughafen nach Wien.
Im Flieger bekomme ich einen angenehmen Platz, darf beim Starten und Landen im Cockpit sitzen und komme nach einem ruhigen Flug pünktlich in Bangkok an.
Wie immer geht´s danach gleich zur Fußpflege, anschließend ins Tummy Yummy zum Abendessen und danach noch zur Fußmassage.
Elfis Zimmer ist sehr schön, die Betten gemütlich und ich verbringe eine angenehme Nacht.
Am nächsten Morgen, nach einem tollen Frühstück geht es für Elfi wieder zurück nach Wien.
Ich habe im Internet einen Cyanotype Workshop gefunden und verbringe die Zeit bis zum Abflug damit, dieses historische Druckverfahren auf Stoff auszuprobieren. Es gelingt nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber ich werde es zu Hause nochmal versuchen, nehme ich mir zumindest vor.
Ein bisschen komisch fühle ich mich jetzt schon.
Zuerst muss ich den Flug nach Da Nang hinter mich bringen, meine Flugangst nicht zu groß werden lassen. Aber das ist nicht der einzige Grund. So lange war ich noch nie alleine unterwegs. Viele Leute meinen, dass du dich das traust, in deinem Alter... Haben sie vielleicht doch recht...?
Als ich dann in Vietnam ankomme und am späten Abend im Hotel in Hoi an einchecke ist das komische Gefühl weg und ich freue mich total, dass ich hier bin.
Am nächsten Tag leihe ich mir ein Rad aus und sehe mir die Altstadt an. Es ist sehr touristisch hier, aber ich fühle mich trotzdem wohl.
Am ersten Tag sind gleich alle Gäste zum Mittagessen eingeladen. In zehn Tagen ist Neujahr, das chinesische Jahr des Pferdes beginnt, und die Feierlichkeiten beginnen bereits jetzt.
Es werden sehr viele verschiedene Gerichte serviert, ich probiere mich durch und hoffe "das Beste".
Und ja, ich vertrage es und fast alles schmeckt gut.
Zu einem Schneider möchte ich hier natürlich auch gehen, die Rezeptionistin empfiehlt mir "Ny Central Tailor" in der Altstadt, mit dem ich auch sehr zufrieden bin. Von zu Hause habe ich mir eine Hose mitgenommen, die ich mir gleich in drei Farben machen lasse ; ).
Die drei Tage hier in Hoi an verbringe ich gemütlich, mit Rad fahren, spazieren, Massagen..
Am 10. Februar fahre ich weiter nach Da Nang. Ich nehme mir ein Taxi, weil ich über die Marmorberge dorthin fahren will und so das Gepäck im Auto lassen kann.
Die Marmorhügel sind wirklich schön, es gibt viele Stufen und Wege, die zu verschiedenen Tempeln und Aussichtspunkten führen. Ich lasse mir Zeit und genieße die Gegend.
In Da Nang wohne ich im Hotel Chavana, das nur durch eine, allerdings stark befahrene, Straße vom Meer getrennt ist. Das Zimmer ist schön, aber klein und hat Stadtblick, was angenehm, da ruhig ist.
Am ersten Tag besuche ich einen Kaffee-Workshop. Diese werden in Vietnam überall angeboten, es wird hier ja auch Kaffee angebaut, die Sorten Arabica und Robusta.
Wir probieren vier verschiedene Kaffeearten aus, den typischen Phin Filterkaffee, den Eierkaffee, der hauptsächlich von Touristen getrunken wird, den Salzkaffee und den Kokoskaffee. Mein Favorit ist der Salzkaffe, den man kalt mit Eiswürfeln genießt und der erfrischend schmeckt.
Zu Hause werde ich versuchen, den nachzumachen, dann können auch liebe Freunde in den Genuss kommen...; ).
Am zweiten Tag mache ich einen Kalligraphie Workshop. Ich bin die einzige Teilnehmerin und habe eine ganz liebe Lehrerin, die sich statt 1,5 Stunden 3 Stunden mit mir beschäftigt. Nach vielen Übungen mit dem Pinsel lerne ich das Wort "Geduld" auf vietnamesisch und schreibe es auf Karten und einen Fächer.
Besonders jetzt zu Neujahr schenkt man sich gegenseitig gerne schöne Karten mit Worten für eine gutes Leben.
Am dritten Tag gehe ich bereits vor dem Frühstück am Meer entlang laufen. Obwohl es noch früh ist, ist es ordentlich anstrengend ; ).
Gegen Mittag werde ich von einem Minibus abgeholt, der mich und zehn andere Personen nach Hue, der ehemaligen Kaiserstadt bringt.
In Hue wohne ich etwas außerhalb des Zentrums in einem Homestay. Das Haus ist gänzlich japanisch eingerichtet, sehr sauber und die Besitzer sind unglaublich hilfsbereit und liebenswert. Über Grab, das vietnamesische Uber,
bestelle ich mir ein Auto und lasse mich zu den unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten fahren.
Am nächsten Tag mache ich im nahe gelegenen Nationalpark Bach Ma eine längere Wanderung. Die Landschaft ist sehr schön und grün und es sind kaum Leute unterwegs.
Den nächsten Tag verbringe ich noch in Hue bevor ich am Abend mit dem Nachtzug nach Ho Chi Minh City fahre. Da an diesem Tag Neujahr ist sind viele Geschäfte und Restaurants geschlossen. Die wenigen, die geöffnet haben, verlangen um 20 - 50% höhere Preise.
Im Zug habe ich ein ganzes Schlafwagenabteil für mich alleine, die Einheimischen feiern diesen besonderen Tag gemeinsam mit ihren Familien und sind schon angekommen.
Um 23:00 Uhr werde ich geweckt, sechs Zugbegleiter kommen und schenken mir ein schön verziertes Kuvert mit etwas Geld, ein Glücksbringer für das Neue Jahr, das Jahr des Pferdes.
Um 24:00 Uhr werde ich wieder munter, lautstark erklingt ein Neujahrslied im Zug.
Nach 21 Stunden komme ich im ehemaligen Saigon an und nehme mir ein Grab zu einem kleinen Appartement.
Hier kann ich meine Wäsche waschen und die weitere Reise planen.










