Samstag, 9. Mai 2026

Jiuhuashan, der zweite heilige buddhistische Berg



Am 28.04.2026 fahren wir von Putuoshan weiter nach Jiuhuashan.

Hier wohnen wir im Floral Lux Cloudveil Haven Hotel, ein schönes kleines Haus. Unser Zimmer ist groß und sehr gemütlich. Die Besitzerin und die Angestellten kümmern sich rührend um uns. Es gibt auch ein kleines Restaurant im Hotel in dem wir jeden Abend vorzügliches Essen bekommen.







Da das Besucherzentrum 8km entfernt ist, werden wir kostenlos hingebracht und auch wieder abgeholt.

Der zweite heilige buddhistische Berg liegt inmitten eines Unesco Geoparks.

Es gibt zwei Seilbahnen und einen Schrägaufzug und man muss Eintritt und Busfahrten bezahlen, das Gelände ist sehr weitläufig und die einzelnen Attraktionen liegen weit voneinander entfernt. Ein überaus freundlicher Bediensteter im Besucherzentrum zeigt uns stolz Fotos von blühenden Sträuchern und wir lächeln. Er bringt uns zu einem Schalter, sagt der Kassiererin welche Tickets wir brauchen und zeigt uns dann noch den Bus. Wir kommen an der Talstation einer Gondel an und suchen den Fußweg, da wir den Berg ja über die zahlreichen Treppen besteigen wollen. Etwas wundern wir uns, dass wir die einzigen sind die nicht mit der Gondel fahren, freuen uns aber über die Ruhe. Wir kommen vorbei an Teeplantagen, die Landschaft ist wunderschön. Nach etwa 20 Minuten gelangen wir zu einem Haus. Eine junge Frau will uns Tee geben, wir wollen aber weiter, finden aber keinen Weg mehr. Mit Händen und Füßen versuchen wir der Frau zu erklären, dass wir zu Fuß auf den Berg möchten, sie schüttelt nur den Kopf. Es bleibt uns nichts übrig, als wieder zurück zu gehen.









An der Bushaltestelle erklären uns junge Chinesen mit der Hilfe von Übersetzungsapps, dass wir am Fuße des falschen Berges stehen. Auf diesen fährt man, um die schönen Blumen und Sträucher zu bewundern. Das hat wahrscheinlich der Bedienstete gemeint, als er uns die Fotos gezeigt hat.

Die Jungen helfen uns noch, passende Bustickets zu kaufen und den richtigen Bus zu finden.

Das Pilgern in China scheint nicht so einfach zu sein ; ).

Als wir dann aber endlich auf dem richtigen Weg sind, sind wir nicht mehr alleine unterwegs. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, vorbei an vielen Schreinen und Tempeln über teilweise steile Stufen...

























... den Gipfel mit dem Huacheng Tempel zu erreichen. 










Der Jiuhuashan ist dem Bodhisattva Ksitigarbha gewidmet. Dieser soll das Gelübde abgelegt haben, alle Lebewesen aus den Höllenreichen zu führen, bevor er die Buddhaschaft erreicht. Er wird oft als einfacher Mönch dargestellt und besonders in China und Japan verehrt.

Die Gegend hier ist wunderschön, die Spiritualität spürbar.

Ich bin glücklich, das erleben zu dürfen.





Wieder herunten finden wir ein kleines Café und gönnen uns einen hervorragenden Cappuccino.

Am nächsten Tag schüttet es und wir nützen den Tag zum Wäsche waschen, lesen und relaxen.

Dienstag, 5. Mai 2026

Die vier heiligen buddhistischen Berge in China



Im letzten Jahr habe ich das neue Buch S.H. Dalai Lama XIV. gelesen, in dem er erwähnt, dass er sehr gerne die vier heiligen buddhistischen Berge in China besuchen möchte, ihm dies aber von der chinesischen Regierung nicht erlaubt wird.

Da habe ich mich das erste Mal mit diesen Pilgerstätten befasst und die Idee geboren, diese Orte zu besuchen.

Josef hat dann eine zweimonatige Chinareise rund um diese Berge geplant.


Putuoshan, der erste „Berg“, er ist nur 300 m hoch, liegt auf einer kleinen Insel nicht weit von Shanghai entfernt. Trotzdem ist es für uns eine Herausforderung dorthin zu gelangen.

Zuerst geht es eine Stunde mit dem Taxi zum Bahnhof.

Es wird empfohlen, eine Stunde vor Abfahrt dort zu sein, da sich besonders zu den Feiertagen Ende April, Anfang Mai bei den Sicherheitskontrollen lange Schlangen bilden können. Nach den Kontrollen suchen wir den richtigen Ticketschalter und stellen uns in die nächste Warteschlange. Wenn man dann aber endlich im Zug sitzt, ist es gemütlich.

Wir haben zwei Plätze nebeneinander, genehmigen uns einen Kaffee und genießen zwei Stunden die schnelle Fahrt nach Ningbo. Dort angekommen finden wir nach längerer Herumfragerei endlich jemanden, der uns zu einem Bus in Richtung Hafen bringt. Die Fahrt dauert zweieinhalb Stunden, viel länger als erwartet. Wir haben Glück, Josef hat einen Platz neben einem jungen Mann bekommen, der etwas Englisch spricht. Er hilft uns dann am Hafen den richtigen Schalter zu finden um Eintrittskarten für die Insel und Fährentickets zu kaufen. Das Gelände ist riesig und da eigentlich so gut wie niemand Englisch spricht ist seine Hilfe ein Geschenk. Danach kauft er uns noch zwei Becher Tee mit Milch und zeigt uns den Weg zur Fähre.

Wieder reihen wir uns in eine lange Warteschlange ein. Am Hafen in Putuoshan angekommen will ich in der Unterkunft anrufen und fragen, wo wir nun hinfahren müssen. Leider versteht uns niemand. Vom Kundenservice von trip.com, die Plattform, über die man besonders in Asien Hotels, Züge... buchen kann,  bekomme ich dann eine Nachricht, bei welcher Bushaltestelle wir aussteigen müssen. Wir suchen also einen Bus, der dorthin fährt, und wieder rein in eine Warteschlange. Wir haben die Adresse auf chinesisch, trotzdem kann uns niemand erklären wo sich unser Homestay befindet. Eine junge Frau irrt mit uns herum bis wir zufällig den Besitzer unserer Unterkunft treffen, der uns auch bereits sucht. Schwer zu erkennen sind wir ja nicht, wir haben außerhalb Shanghais noch keinen einzigen westlichen Touristen getroffen.

Es ist schwierig Informationen zur Umgebung zu bekommen. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, aber die Verständigung auch mit Übersetzungsapps ist schwierig. Angeschrieben ist alles nur auf chinesisch.

In unserer Gegend gibt es keine Restaurants nur ein paar Essensstände. Wir kaufen ein paar Sachen ohne zu wissen, was wir essen werden. Dann finden wir auch noch heraus, in welche Richtung wir am Morgen starten müssen und legen uns in unsere steinharten Betten.

Am nächsten Morgen ist das Wetter herrlich und wir starten um 07:00 Uhr. 

Putuoshan ist dem Bodhisattva des Mitgefühls, Avalokiteshvara, auf chinesisch Guanyin, gewidmet. 

Unser erstes Ziel ist ein Nonnenkloster, das nicht stark besucht ist. Die Atmosphäre hier ist sehr stimmungsvoll. 

Danach besuchen wir noch zwei bedeutende Tempel, den Pujitempel und den Fayutempel. Den Weg dorthin finden wir nun relativ leicht, es sind schon sehr viele Menschen unterwegs.

Zum Schluss besuchen wir den Huiji-Tempel am höchsten Punkt, den man über 1700 steile Treppen oder mit der Seilbahn erreichen kann.

Auch hier treffen wir unzählige Gläubige mit Räucherstäbchen, die sie an die Stirn halten und sich in alle vier Himmelsrichtungen verneigen.

Beeindruckt und müde kommen wir  am Abend zurück in unsere Unterkunft.






























Shanghai, der Beginn einer spannenden Reise?


Über Bangkok nach Shanghai, unüblich eigentlich, hat sich jedoch so ergeben, damals vor 9 Monaten, zu Beginn unserer Reiseplanung.





















Auch unüblich wahrscheinlich die Dauer unseres geplanten Aufenthalthaltes, 8 Wochen wollen wir in China bleiben. Das Grundgerüst unserer Reiseroute ist die 4 heiligen Berge der Buddhisten in China zu besuchen bzw. besteigen zu wollen. Eine Idee von Renate, fühlt sie sich doch auch stark zum Buddhismus hingezogen.

Putuo Shan, Jiuhua Shan, Emei Shan und Wutai Shan, so heißen sie und sind im ganzen Land verteilt.
Aber nicht nur die genannten Berge sind es wert besucht zu werden. China ist groß, fast so groß wie Europa. Da gibt es dazwischen sicher genug zu erleben, da werden uns die 8 Wochen sowieso zu kurz erscheinen. 
Die Reiseplanung war sehr aufwendig, ein 1300 Seiten dicker Reiseführer und das Internet waren dabei sehr hilfreich. Aber kann man so eine Reise überhaupt zu 100 Prozent durchplanen? So groß, so unterschiedlich und so fremd. Auch wenn wir vor 10 Jahren schon einmal für 7 Wochen China besuchten. Nein, aber wir sind schon neugierig was uns erwartet und lassen uns auch gerne überraschen.

Shanghai, 14 Millionen Einwohner mittlerweile. Vor sehr langer Zeit, in den 90er Jahren, war ich mit Elfriede schon mal hier. Damals, im Gegensatz zu Elfriede noch gar nicht reiseerfahren. Ich glaube Elfi hatte es nicht leicht mit mir.
Heute nach über 30 Jahren bin ich wieder hier, mit Renate. Unglaublich die Atmosphäre, gar nicht hektisch finde ich, die Elektroautos und die mit Batterie betriebenen Mopeds schleichen fast durch die Straßen. Keine Abgase, kein Gehupe, ein totaler Kontrast zu Bangkok von gestern.
Unser Hotel liegt etwas abseits, für die  25 km ins Zentrum bezahlen wir für ein Taxi 13 €.

Glücksbringer aus Kräutern und Holzstaub herzustellen hat in China eine lange Tradition, welche eng mit Feng Shui verbunden ist.
Renate, wie könnte es auch anders sein, interessiert sich dafür und hat sich daher für einen Workshop angemeldet.
In einem alten kleinen gelben Haus neben vielen Hochhäuser befindet sich die kleine Werkstatt wo nun Renate einige Stunden verbringt und ich die nähere Umgebung erkunde. 










Der Weg ist das Ziel. Gleich um die Ecke entdecke ich ein kleines Café, unweit davon in einer kleinen Gasse ein unglaublich gemütliches französisches Restaurant. Inmitten der Großstadt, umgeben von Hochhäusern und Wolkenkratzern.






Etwas weiter entfernt komme ich zufällig am Jade Buddha Tempel vorbei.













Gemeinsam fahren wir danach noch zum Bund, von wo man einen tollen Ausblick auf die über dem Fluss liegenden Hochhäuser hat.










Auch am nächsten Tag sind wir in der Stadt, besuchen Handwerksviertel, welche noch nicht den Hochhäusern weichen mussten und die sogenannte Altstadt. Hier wurde leider vieles abgerissen und neu nach chinesischen Geschmack wieder aufgebaut.
















Nach 3 Nächten im gemütlichen Hotel ging unsere Reise weiter nach Putuoshan, einer Insel 250 km westlich von Shanghai gelegen.