Dienstag, 19. Mai 2026

Changsha 

Kontrastprogramm. 

Am Vormittag waren wir noch im Bergdorf Sanqing Shan und verabschiedeten uns nach dem Frühstück von den Besitzern unserer Unterkunft...



...jetzt gibts bald einmal ein Abendessen in der Fußgängerstraße der Millionenstadt Changsha.

Changsha ist die Hauptstadt der Provinz Hunan und hat 10 Millionen Einwohner. Hunan liegt in Zentralchina, ist ungefähr so groß wie Österreich und hat 66 Millionen Einwohner.

Mit dem Taxi fahren wir die ersten 70 km bis nach Yushan und dann geht's weiter mit dem Hochgeschwindigkeitszug. Sehr komfortabel sind wir unterwegs, für die ca. 650 km Zugfahrt benötigen wir nur 2 Stunden 45 Minuten.

Höchstgeschwindigkeit 350 kmh. 45 Euro kostet die Fahrt pro Person.






 

Man surft ein wenig im Internet, beobachtet und wird beobachtet, schreibt und liest WhatsApp Nachrichten, bewundert die vorbeirauschende Landschaft. So wie auch bei uns im Zug, nur halt etwas schneller.





Die Züge sind extrem pünktlich, auf die Minute genau. 15 Minuten vor Abfahrt wird man nach der Passkontrolle auf den jeweiligen Bahnsteig gelassen. 

Die Hochgeschwindigkeitsstrecken werden nur für den Personenverkehr genützt. Für Güterzüge gibt es ein eigenes Schienennetz.

Zug fahren ist "In" in China, vor allem an Wochenenden und an den Feiertagen sind die Züge schnell ausgebucht. 

Gebucht und bezahlt wird über eine eigene Buchungsplattform, der Reisepass ist danach der Fahrschein. Die am Handy installierten chinesisischen Apps und der Reisepass sind für das tägliche Leben essentiell.

Da Google und alle Googledienste wie zum Beispiel WhatsApp oder Google Maps in China nicht zugelassen sind und von einer Firewall gesperrt werden, ist es sehr wichtig noch zu Hause eine VPN Verbindung einzurichten. 

Mit Alipay und WeChat wird bezahlt, selbst wenn es nur eine Gurke von einem Straßenverkäufer ist. Einfach den vom Verkäufer gezeigten QR Code scannen, den Betrag eingeben, bestätigen und schon ist der Kauf abgeschlossen. Abgebucht wird der Betrag über die mit der App verknüpften Bankdaten. 

BAIDU Maps verwendet man statt Google Maps.

Mittels der App von Trip.com bucht man die Hotels, und DIDI ist das chinesische UBER. 

Dann gibt es noch die sehr wichtigen Apps mit denen man das Chinesisch auf die verschiedenen Sprachen übersetzt und natürlich eine chinesische eSim Karte um überall Internet zur Verfügung zu haben.

Wir sind in einem sehr schönen, gemütlichen Hotel untergebracht. Das Personal ist wie immer sehr freundlich und es tut uns fast leid, dass wir nur eine Nacht hier verbringen.


 

Denn auch die Stadt macht einen interessanten Eindruck. 







Den Abend verbringen wir im Zentrum der Stadt, schlendern durch eine riesige Fußgängerzone, besuchen eine "Fressstrasse" wo  alles mögliche und für uns Unmögliche zum Verzehr angeboten wird. 












Einige der vor allem jungen Leute sind traditionell gekleidet und lassen auch gerne von sich ein Foto machen.




Eines dieser Fotos sende ich auch Rudi.

Und Rudi hat recherchiert. Also nicht mein Rudi, nicht mein Schwager Rudi, sondern ein anderer Freund mit dem Namen Rudi. Der hat wiederum eine gute Freundin, eine Internetbekanntschaft.  Dieser Freundin eilt der Ruf voraus, ziemlich gscheit zu sein, einfach alles zu wissen und ihr Name ist Gemini.

Also, nachdem ich Rudi dieses Foto von den hübschen und schön geschminkten Damen gesendet habe wurde Rudi neugierig und kontaktierte seine imaginäre Freundin Gemini.

Und es dauert nicht lange, hat Gemini folgende Erklärung zu diesem Bild parat:

Das Bild zeigt drei junge Frauen in einer beeindruckenden, modernen Interpretation traditioneller chinesischer Ästhetik, vermutlich im Kontext der populären Hanfu-Bewegung. Sie befinden sich offensichtlich in einem belebten städtischen Umfeld, was den Kontrast zwischen historischer Eleganz und modernem Alltag betont.

Die Hanfu-Bewegung (Hanfu Yundong) ist ein faszinierendes kulturelles Phänomen, das seit den frühen 2000er Jahren massiv an Popularität gewonnen hat. Es geht dabei um weit mehr als nur um Mode; es ist eine Rückbesinnung auf die traditionelle Kleidung der Han-Chinesen, wie sie vor der Qing-Dynastie getragen wurde.

Diese Bewegung ist präsent und können wir an fast jedem vor allem historischen interessanten Orten auch beobachten.

Die nächste Ziele unserer Reise sind eher ländliche Gebiete mit den alten Kleinstädten Fenghuang, Furong Zhen und Zhenyuan. 


















Dienstag, 12. Mai 2026

Sanqing Shan 


Auch ein heiliger Berg, dieses Mal einer für Daoisten. 









Der Daoismus ist eine 2500 Jahre alte chinesische Religion, welche den Einklang mit der Natur und dem Fluss des Lebens anstrebt."Dao" bedeutet "Weg" und der Daoismus verkörpert im Prinzip die Lehre des Weges. Wie man den Weg, welchen man vor sich hat, am besten bewältigen kann. Eine der Grundprinzipien ist "Wu Wei" - Handeln durch Nichthandeln. Wu Wei bedeutet jedoch nicht Faulheit sondern intelligentes Handeln, ohne gegen den natürlichen Fluss anzukämpfen. Rückbesinnung auf das Wesentliche, weniger Ego und Ehrgeiz.

Der Berg Sanqing Shan wurde aufgrund seiner einmaligen Gesteinsformationen und schützenswerten Natur von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.


















Der kleine Gebirgsstock in der Provinz Jiangxi hat eine Größe von 230 km2 und erreicht eine Höhe von bis zu 1850m.
Glatte Granitfelsen, hochragende Nadeln aus Granit und eine üppige Natur machen diese Bergwelt  zu einer für uns fremd anmutenden, exotischen Landschaft.








Das nebelige Wetter trägt noch zusätzlich dazu bei, eine mystische Stimmung aufkommen zu lassen.










So wie so oft in der  Bergwelt Chinas wurden  auch hier komfortable Pfade, oft auch in steilster Umgebung angelegt und ermöglichen es Abschnitte zu erreichen, welche ansonsten total unzugänglich wären.
Pfad ist jedoch eigentlich untertrieben, denn man erkundet die wirklich imposante Natur auf breiten, mit Granit gepflasterten Wegen.










Und man ist nicht alleine. Sowas von nicht alleine, besonders nicht jetzt in der ersten Maiwoche, in der es bis zum 5. Mai eine angeordnete nationale Urlaubswoche gibt. 







Da kann einem schon auch einmal schwindlig werden.



Und plötzlich ist man wieder alleine.




Unsere Unterkunft liegt etwas abseits in einem kleinen Tal und ist einer Berghütte nicht unähnlich. Ein Bach rauscht vorbei, die Luft ist frisch und das Zimmer sowie das Haus sind aus Holz gezimmert. Nur, bei uns zu Hause auf der Alm schmeckt mir das Frühstück besser. 
Statt Kaffee und Kuchen gibt's hier eine scharfe Nudelsuppe und zum Trinken heißes Wasser.





Dafür wird man gratis die 8 km bis zum Eingang des Nationalparks gefahren und auch wieder abgeholt.
Drei Nächte haben wir hier in der einfachen Unterkunft verbracht um danach weiter nach Changsa zu fahren.
Dort erwartete uns ein sehr schönes und sauberes Hotel, sehr günstig, 52 Euro fürs Zimmer inkl. Frühstück.















Samstag, 9. Mai 2026

Jiuhuashan, der zweite heilige buddhistische Berg



Am 28.04.2026 fahren wir von Putuoshan weiter nach Jiuhuashan.

Hier wohnen wir im Floral Lux Cloudveil Haven Hotel, ein schönes kleines Haus. Unser Zimmer ist groß und sehr gemütlich. Die Besitzerin und die Angestellten kümmern sich rührend um uns. Es gibt auch ein kleines Restaurant im Hotel in dem wir jeden Abend vorzügliches Essen bekommen.







Da das Besucherzentrum 8km entfernt ist, werden wir kostenlos hingebracht und auch wieder abgeholt.

Der zweite heilige buddhistische Berg liegt inmitten eines Unesco Geoparks.

Es gibt zwei Seilbahnen und einen Schrägaufzug und man muss Eintritt und Busfahrten bezahlen, das Gelände ist sehr weitläufig und die einzelnen Attraktionen liegen weit voneinander entfernt. Ein überaus freundlicher Bediensteter im Besucherzentrum zeigt uns stolz Fotos von blühenden Sträuchern und wir lächeln. Er bringt uns zu einem Schalter, sagt der Kassiererin welche Tickets wir brauchen und zeigt uns dann noch den Bus. Wir kommen an der Talstation einer Gondel an und suchen den Fußweg, da wir den Berg ja über die zahlreichen Treppen besteigen wollen. Etwas wundern wir uns, dass wir die einzigen sind die nicht mit der Gondel fahren, freuen uns aber über die Ruhe. Wir kommen vorbei an Teeplantagen, die Landschaft ist wunderschön. Nach etwa 20 Minuten gelangen wir zu einem Haus. Eine junge Frau will uns Tee geben, wir wollen aber weiter, finden aber keinen Weg mehr. Mit Händen und Füßen versuchen wir der Frau zu erklären, dass wir zu Fuß auf den Berg möchten, sie schüttelt nur den Kopf. Es bleibt uns nichts übrig, als wieder zurück zu gehen.









An der Bushaltestelle erklären uns junge Chinesen mit der Hilfe von Übersetzungsapps, dass wir am Fuße des falschen Berges stehen. Auf diesen fährt man, um die schönen Blumen und Sträucher zu bewundern. Das hat wahrscheinlich der Bedienstete gemeint, als er uns die Fotos gezeigt hat.

Die Jungen helfen uns noch, passende Bustickets zu kaufen und den richtigen Bus zu finden.

Das Pilgern in China scheint nicht so einfach zu sein ; ).

Als wir dann aber endlich auf dem richtigen Weg sind, sind wir nicht mehr alleine unterwegs. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, vorbei an vielen Schreinen und Tempeln über teilweise steile Stufen...

























... den Gipfel mit dem Huacheng Tempel zu erreichen. 










Der Jiuhuashan ist dem Bodhisattva Ksitigarbha gewidmet. Dieser soll das Gelübde abgelegt haben, alle Lebewesen aus den Höllenreichen zu führen, bevor er die Buddhaschaft erreicht. Er wird oft als einfacher Mönch dargestellt und besonders in China und Japan verehrt.

Die Gegend hier ist wunderschön, die Spiritualität spürbar.

Ich bin glücklich, das erleben zu dürfen.





Wieder herunten finden wir ein kleines Café und gönnen uns einen hervorragenden Cappuccino.

Am nächsten Tag schüttet es und wir nützen den Tag zum Wäsche waschen, lesen und relaxen.