Donnerstag, 16. Februar 2017

Myanmar

Mandalay


Am 03.02.2017 war es soweit, wir flogen nach Myanmar, in das Land, auf das Josef sich bereits seit Beginn unserer Reise freut. 
Unser erstes Ziel hier war Mandaly, die zweitgrößte Stadt Myanmars.
Bereits auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel sahen wir viele Pagoden, von denen es unzählige gibt in diesem Land.
Wir verbrachten vier Nächte im sauberen The Home Hotel (€ 36,- incl. Frühstück).
Gleich am nächsten Tag liehen wir uns im Hotel ein Moped und begannen mit der Besichtigungstour bei der Mahamuni-Pagode mit der sitzenden Mahamuni-Statue (3,80 m hoch), der meistverehrten Figur Myanmars. Sie ist von den Pilgern derart mit Blattgold bedeckt, dass sie schon unförmig wirkt. Frauen dürfen nicht direkt zur Statue : ( .
Danach besuchten wir das Shwenandaw-Kloster (1782), ein Holzbau der früher im Königspalast stand. 1880 wurde der Bau das zweite Mal zerlegt und in der Nähe des Osttores der Palastmauern wieder aufgebaut und konnte so dem verheerenden Feuer entgehen, durch das die Palastanlagen 1945 völlig zerstört worden waren.
Das größte Buch der Welt, 729 Marmortafeln, die von Minipagoden geschützt sind und rund um die Kuthodaw Pagode stehen, besuchten wir, bevor wir zum Sonnenuntergang den Mandalay Hill über ca 1000 Treppen bestiegen. Von dort aus genossen wir mit vielen anderen Leuten den herrlichen Blick in alle Richtungen.
Am zweiten Tag fuhr Josef bereits vor dem Frühstück zur Eindawya-Pagode mit einer Buddhastatue aus Quarz und Opal. Gemeinsam machten wir uns dann auf den Weg (20 km) nach Sagaing, ein Dorf, das von einer Hügelkette mit mehr als 700 Tempel, Stupas und Klöstern umgeben ist.
Auf dem Weg zurück in die Stadt besuchten wir noch die U Bein Brücke, die längste Teakholzbrücke der Welt, die über den Taungthaman-See führt. Gemeinsam mit einer Vielzahl an Touristen und Einheimischen erlebten wir hier den Sonnenuntergang. 
Am letzten Tag machten wir einen Ausflug mit dem Boot auf dem Ayeyarwady nach Mingun.
Die öffentlichen Boote fahren am Morgen um 09:00 von Mandalay ab und um 13:00 Uhr wieder zurück. Die Fahrt dauert jeweils eine Stunde (€ 3,50 /Person hin und retour).
Dort angekommen nahmen wir uns ein Ochsenkarren-Taxi, mit dem wir zwar kaum schneller als zu Fuß, dafür aber rumpelnd unterwegs waren. Wir besuchten die Ruine der Mingun-Pagode, die die gewaltigste Pagode aller Zeiten hätte werden sollen. Ihr Bau wurde nach 29 Jahren eingestellt und das bis dahin entstandene Monument später noch durch ein Erdbeben schwer beschädigt.
Danach waren wir noch bei der Mingus-Glocke, mit einer Höhe von 3,70 m die angeblich größte funktionstüchtige Glocke der Welt.
Nachdem wir noch bei der wunderschönen weißen Hsinbyume-Pagode waren, wollten wir uns im gemütlichen Garden-Cafe am Flussufer bei einem frischen Fruchtsaft entspannen und dann zu Fuß die ca 15 Minuten zurück zum Schiff gehen. Josef wollte vorher noch einige Fotos am Ufer  schießen. Da die Uhr seines Fotoapparates 15 Minuten nachging, kam er nicht rechtzeitig zurück und wir versäumten das Boot. Ein paar freundliche Jungs pfiffen dann ein privates Boot zum Ufer und wir fuhren noch komfortabler zurück nach Mandalay, allerdings zahlten wir nochmals und diesmal den doppelten Preis ; ).
Am Nachmittag  bummelte ich durch die Stadt, besorgte  u.a. Moskito-Cremes (Odomo indisches Produkt) für 40 Cent pro gr. Tube, holte Josefs kaputte Fototasche vom Schneider und Josef machte am Hafen in einer sehr ärmlichen Wohngegend noch Fotos.
Bisher gefällt es uns sehr gut in Myanmar, die Leute sind auch hier ausgesprochen freundlich und zusätzlich haben wir wunderbares Wetter.

Am 07.02.  ging es dann mit dem Bus weiter nach Bagan.




Eindawya Pagode









Mandalayhill






Sagain



Mahamuni Statue










Shwenandaw Holzkloster















Blick vom Mandalayhill auf die Sandamani Pagode



Sandamani Pagode



"Buchseite" in der Sandamani Pagode



Sagain












Amarapura






U Bein Brücke






Mingun



Unser Taxi in Mingun









Mingun Pagode



Hsinbyume Pagode






Mandalay Einkaufsstraße

  

Markt in Mandalay



Am Ufer des Ayeyarwadi






























Dorf am Fluss


















Stadtrand von Mandalay














































Mittwoch, 8. Februar 2017

Koh Rong Samloem


Am 20.01.2017 fuhren wir mit dem Bus nach Sihanoukville ans Meer und von dort aus am nächsten Tag mit dem Boot auf die kleine Insel Koh Rong Saloem. 
Wir wollten noch ein paar Tage Faulenzen einlegen, bevor wir in Myanmar wieder auf Entdeckungstour gehen werden ; ).
Von Renate und Hannes hatten wir den Tipp bekommen und erfahren, dass die schönste Bucht dort der Lazy Beach ist. Es gibt hier nur das Lazy Beach Resort mit 20 einfachen Hütten, jede mit zwei großen Doppelbetten mit Moskitonetz, Dusche (Kaltwasser aber nicht wirklich kalt), Toilette und einer Terrasse mit Hängematten. Allerdings ist der Preis mit $ 65,- ohne Frühstück nicht gerade billig (nur telefonisch zu buchen, es gibt kein Internet).
Die Lage ist wirklich ein Traum, direkt am schönen, gelben Strand (wir hatten die Hütte Nr.15 direkt am Meer). Das Wasser ist sehr sauber und angenehm warm, ab April angeblich zu warm.
Das Restaurant ist äußerst gemütlich, mit vielen verschiedenen Sitzmöglichkeiten, das Essen ist lecker, die Preise sind moderat.
Wir verbrachten sehr erholsame Tage, waren schwimmen und schnorcheln (die Ausrüstung gibts für $ 2,- pro Tag zu leihen), spazierten zum gegenüberliegenden Strand und zum Sunset-Beach.
Nach acht Nächten ging es wieder zurück nach Sihanoukville und am nächsten Tag nach Phnom Penh, wo wir nun wirklich die Visa für Indien bekamen. Am 31. Jänner fuhren wir mit einem Minivan in 14 Stunden von Phnom Penh nach Bangkok. In diesem Minibus saßen außer uns und zwei jungen Amerikanern nur Kambodschaner, die in die Klinik nach Bangkok wollten, es war also eigentlich ein halber Krankentransport ;).
Dieses Mal hatten wir mit dem Wetter in Bangkok Glück, es war strahlend blau und wir hatten drei feine Tage in der Stadt. 
Am 03.02.2017 flogen wir nach Mandalay in Myanmar und bereisen nun unser achtes Land auf dieser Reise.









Lazy Beach






gemütliche Plätze und tolle Aussicht



auf der anderen Seite der Insel









Dschungelbewohner 
















Donnerstag, 2. Februar 2017

Jetzt wird abgerechnet

Zwischenbilanz

Seekirchen, Wildentenstrasse 17a
Mitte September 2014, ein typischer Altweibersommertag neigt sich dem Ende zu, genauso wie das erholsame Wochenende. 
Die letzten Sonnenstrahlen der Abendsonne schenken uns angenehme Wärme auf unserer Terrasse. 
Unaufhaltsam schleicht sich der Herbst herein, frisch zeigen sich die Abende um diese Jahreszeit.
Ausgezeichnet schmeckte wie immer die gegrillte Forelle vom Kapeller, restliche glühende Kohle im Grill spendet uns Behaglichkeit, wie auch die selbstgemachten, kuscheligen Decken von Oma. 
Gemütlicher gehst fast nicht mehr, so schön bei uns zu Hause, was will man mehr? 

"Mogst a no a Glaser Wein?"
"Jo, warum a ned?" 
„An Welschriesling oder an Muskateller ?“  Sensationelle Flaschn vom Bruno (unser Haus- und Hofsommelier) hätt ma no im Keller"
„Des klingt guat, und wenns da gleich is, donn an Muskateller“ 

Der frisch gekühlte Wein wird eingeschenkt. Die reine, goldgelbe Farbe des Muskateller im Glas passt ideal zur Herbststimmung genauso wie der frische Holunderduft des Weines. Wir prosten an auf unser gemütliches Heim, der Wein schmeckt hervorragend. 

Trotzdem umgibt uns eine Minute Stille, denn irgendwas liegt in der Luft. Irgendwas beunruhigt mich, zusätzlich zur Sommer-ade Atmosphäre spüre ich etwas Ungewöhnliches herannahen. Nicht unbedingt bedrohlich, nein, aber irgendwo doch! 

"Schade, jetzt is da Sommer schon wieda vorbei." 
„Jo eh,aber da Herbst is auch a schöne Jahreszeit."
„Hast recht, stimmt, aber dann da Winter - mi graust jetzt scho wonn i an die Kälte denk." 
„Geh, du mit deiner Abneigung gegen den Winter. Du sollst da wirklich den Winter zu deim Freind machen, sonst bist 5 Monat im Jahr a armes Schwein. Man konn so viel schöne Sachn mochn im Winter, ma muass sie dabei einfach nur woarm anziehen. Und außerdem, es gibt koa schlechts Wetter im Winter, weil is Wetter schlecht, den schneibts meist und des is romantisch. Scheint die Sun, donn is sowieso schee.  Stimmts ned?  "

Keine Wiederrede - keine Zustimmung, einfach wieder nur Stille. Ich weiß, ich war wieder nicht überzeugend genug. Wie schon so oft, wenn es um das Thema Winter bei uns in Österreich gegangen ist. 

"Du, i hob do so a Idee? "
"Jo?"
"Deafst oba need glei schimpfn, won i da des jetzt sog, ok!"
"Na eh ned, was is leicht ?"
"Wie wärs, wann mir zwoa a Jahr long wegfoarn tätn, irgendwo hin nach Afrika oder Asien. Es gibt so viel Interessantes auf da Welt zum anschaun, so viele unterschiedliche Länder und Kulturen. Mir nehmen uns a Freijahr und foarn einfach und ………………"
"Geh Renate, vielleicht eh koa schlechte Idee, oba des kenn ma uns jo gar nit leisten - wie soll des geh?"

Und somit bin ich beim heutigen und ja nicht unwichtigen Thema Geld angelangt.

"Ok, i hob ma des schon überlegt und i glaub des funktioniert. Also mit Freijoahr man i a Sabbatical, weil do kriagn ma a  an Teil von unserm Gehalt weiterzahlt. Also dein Gehalt und mein Gehalt minus die Fixkosten bleibt ungefähr soundsoviel über. Und wenn ma se des ausrechnet, so kennt ma 120€ am Tag brauchen. Dazu zusätzlich noch des Urlaubsgeld als Reserve, des muas si schon ausgehn, glaubst net a?" 

Das war also so ungefähr der Ursprung der Planung unserer Reise. Seither sind über 2 Jahre vergangen und wir sind schon seit fast 7 Monaten unterwegs. Genauer gesagt seit 203 Tagen. 
120€ täglich standen zur Debatte vor über 2 Jahren und daran hat sich bis heute nichts geändert. 

Doch heute wird abgerechnet, Zwischenbilanz gezogen.
Unausbleiblich dieser Moment der Vernunft. 
Die Stunde der Wahrheit, der Wahrheit ins Gesicht schauen.
Schlechtes Gewissen, aber heute wollen wir es wissen. 
Beim Herumzigeunern wird Geld gebraucht, jeden Tag, mehr oder weniger, verbraucht. 

Die Erlebnisse unzählbar, doch auch bezahlbar?  
Was haben wir bis jetzt bezahlt - hat es sich bezahlt gemacht? 
Werden wir auskommen mit unserem Einkommen? 
War der gestrige Abend teuer, was kostet dieses Abenteuer?
Ist unser Konto schon überzogen, sind wir insgesamt zu viel herumgezogen? 
Oder ist die Geldfrage von sich aus überzogen?  

Bereits 9 Grenzen überschritten, haben wir etwa einen Schritt zu viel gemacht - wurde unser Budget überschritten?
Scheinbar reisen wir grenzenlos, doch die Grenzen liegen ganz woanders. Unser Konto ist nicht unbegrenzt belastbar. 
Ausrechnen, abrechnen, jetzt - koste es was es wolle. 
Von der Ungewissheit zu einer Gewissheit  gelangen.


Vielleicht ist es für den einen oder anderen interessant zu erfahren, mit welchen Kosten man bei einer längeren Asien-Reise rechen muss. Obwohl ja manchmal in unsereren Breiten Geldangelegenheiten ungern preisgegeben werden, wollen wir kein Geheimnis daraus machen. Unser Budgetplan liegt bei 120€ pro Tag plus einem Sicherheitspolster von 30€ pro Tag.
Regelmäßig wird Buch geführt, so haben wir einen guten Überblick und das ist uns sehr wichtig.  
Derzeit, nach 203 Tagen, haben wir ein Minus von 38 €, der Sicherheitspolster wurde bis zum heutigen Tag nicht angetastet. Große Brocken sind meist die Flüge, welche wir daher auf ein Minimum beschränkt haben. Busfahrten und Zugfahrten sind sehr billig, jedoch auch zeitaufwendig und oft anstrengend. 
Auch bei der Wahl der Unterkünfte müssen wir natürlich auf den Preis achten, doch gibt es bei genauer Recherche im Internet usw. sehr wohl günstige und trotzdem saubere und schöne Zimmer in guter Lage.  Und von Zeit zu Zeit gönnt man sich schon auch mal etwas Luxus. 
Bevorzugt gegessen haben wir in Restaurants oder Lokalen, der Gesundheit wegen haben wir auf Essen an Marktständen meist verzichtet, obwohl es dort sehr günstig ist und die Qualität nicht unbedingt schlecht sein muss 
Unser Vorhaben mit 120€ am Tag  auszukommen hat sich also  bis jetzt als absolut realistisch herausgestellt. Wir haben kaum das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen.  Man kann aber auch locker das Doppelte verbrauchen, umgekehrt haben wir jedoch auch junge Paare kennengelernt, welche versuchten, mit 40€ am Tag auszukommen. 

Wie sagte einst vor 10 Jahren unser treuer Nachbar und Freund Thomas auf unserer gemeinsamen Reise nach Griechenland nach Erstellen einer finanziellen Zwischenbilanz:   "Was? So viel Urlaub für so wenig Geld? "