Donnerstag, 16. März 2017

Yangon

Am 22.02.2017 fuhren wir mit dem Bus in 10 Stunden durch eine reizvolle Landschaft vom Inle-See nach Yangon.
Yangon (ehem. Rangun) war bis 2005 die Hauptstadt (jetzt Naypyidaw)  Myanmars und ist die größte Stadt des Landes.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Shwegadon Pagode, ein riesiger, wunderschöner  Tempelkomplex.
Wie in jeder religiösen Stätte muss man auch hier beim Betreten Schuhe und Socken ausziehen und soll entsprechend gekleidet sein (kniebedeckt und nicht ärmellos). Das Gehen ohne Schuhe ist bei diesen Temperaturen  nicht immer lustig, die Steinböden werden teilweise extrem heiß.
Die Astrologie ist im Buddhismus hier sehr wichtig und so gibt es Plätze für jeden Wochentag, an denen Leute, die an den jeweiligen Tagen geboren sind, ihre Opfer darbringen und beten.
Viele Pilger sind in ihre religiösen Praktiken vertieft und trotz der vielen Leute ist es ruhig und friedlich.
Natürlich gibt es auch hier wie überall in diesem Land eine Vielzahl an Pagoden, ich glaube, es gibt keinen Ort, von dem aus man nicht mindestens einen Tempel sehen kann.
Außer der Tempelbesichtigung waren wir am Fluss beim Bananenmarkt und Josef war auch auf der anderen Seite des sehr schmutzigen Flusses im einfachen Dorf Dhala.
Yangon empfanden wir als eine recht entspannte Stadt, wir schlenderten durch die Gegend und genossen den Alltag, der sich uns bot.
Am 26. fuhren wir dann weiter nach Hpa-An.





Yangon von Dhala aus gesehen



Am Fluss in Yangon 





Mittagessen gesichert




































Shwegadon Pagode










































Bananenmarkt



























Betelnussverkäufer


Die Betelnuss stammt von der Areca-Palme und wird in Südostasien vor allem von Männern gekaut. Hier in Myanmar kauen aber auch viele Frauen. Man erkennt sie an den unansehnlich kaminroten Zähnen, einer dicken Backe und  undeutlichem Reden und ständig wird der rote Betelspeichel auf die Straße gespuckt.
Klein geschnitten wird die Betelnuss mit Gewürzen wie Zimt, Kokos oder Kardamom und oft auch Tabak in Palmenblättern zusammen mit gelöschtem Kalk (Leim) zu kleinen „Päckchen“ geformt und so verkauft. 3 Stück kosten ca. 10 Cent. Bis zu 30 Portionen pro Tag werden gekaut.
Die Betelnuss ist ein Suchtmittel, hält wach, verdrängt das Hungergefühl und steigert die Speichelproduktion.  Außerdem enthält sie krebserregende Substanzen, welche vor allem Mundhöhlenkrebs verursachen. 

Montag, 13. März 2017

Vom Inle-See nach Kakku und zurück


Am 16.02.2017 kamen wir am Inle-See an und fuhren mit dem Boot vorbei an schwimmenden Gärten, die mit langen Bambusstangen am Seegrund befestigt werden, nach Nyaung Shwe .
Direkt  „im“ See wohnen war uns viel zu teuer und die kleine Stadt erweckte trotz der zahlreichen Pensionen, Hotels und Restaurants noch einen ursprünglichen Eindruck.
Wir hatten für € 30,- ein kleines sauberes Zimmer im 81 Central Hotel in zentraler Lage.
Da wir im Anschluss weiter in Richtung Kakku wandern wollten, versuchten wir am ersten Tag einen Veranstalter zu finden, der solche Treks organisiert. Angeblich ist das nur über das Golden Island Büro möglich, da nur dieses ein Abkommen mit den Pa-Os hat, durch deren Gebiet der Weg führt.
In Myanmar gibt es 137 verschiedene ethnische Gruppen und die Pa-Os sind eine autonome Volksgruppe. Angeblich stammen sie von einer Drachenfrau ab, das zeigt sich auch in der traditionellen Kleidung der Frauen. Sie tragen  Longji, langes Shirt und kurzes Jackerl übereinander, das soll die Schuppen der Drachenfrau darstellen, am Kopf haben sie einen Turban der so gebunden wird, dass die Enden des Tuches wie Drachenohren aussehen. Ich musste mir natürlich so eine Kleidung kaufen, immerhin bin ich ja auch Drache ; ) und konnte so die Frauen, die diese herstellen,  unterstützen.
Wir buchten die Tour, obwohl diese ausgesprochen teuer war, weil wir damit auch ein Dorf unterstützten konnten. Der Chef des Golden Island bekam für dieses Projekt letzte Woche in Deutschland einen Preis. Das wurde uns auch von einem Deutschen bestätigt, der für die deutsche Entwicklungshilfe in Myanmar arbeitet und zufällig im gleichen Hotel wie wir wohnte.
Am zweiten Tag mieteten wir ein Longboat und fuhren bereits um 7:00 Uhr am Morgen nach Nampan zum 5 Tagesmarkt. In diesem Ort soll der rotierende Markt angeblich besonders groß und abwechslungsreich sein. Es war wirklich interessant und Josef fand unzählige Fotomotive.   
Danach ging es zur Phang Daw U Pagode. Nach dem Mittagessen besuchten wir noch das historische Indein mit seinem bekannten Pagodenfeld. 
Am See gibt es die überall bekannten Einbeinruderer, aber es gibt auch ehemalige Fischer, die nur mehr auf den See fahren um als Fotomodels zu posieren. In ihrer orangen Kleidung warten sie auf Touristenboote und verdienen so sicher mehr als früher.
Am dritten Tag liehen wir uns Fahrräder aus und fuhren zu einem ca 9 km entfernten Weingut. Da Sonntag war konnte man nur durch die Weingärten spazieren und Weine verkosten, trotzdem war es ein schöner Ausflug. Es gab unerwartet guten Wein und die Gegend war herrlich. Josef bekam sogar eine Käseplatte (mit zwei Sorten Käse ; ) ).
Am 20. Februar begann unser Trek mit einer Bootsfahrt nach Nampan und von dort aus wanderten wir durch viele Knoblauch- und Zuckerrohrfelder, vorbei an kleinen Dörfern bis wir bei einer Familie unser Mittagessen bekamen. Unser Guide, ein Pa-O, erzählte uns einiges über das traditionelle Leben. Wenn z.B. ein Mann ein Mädchen treffen möchte, so muss er sie im Haus ihrer Familie besuchen. Findet das Mädchen den jungen Mann nett, schenkt sie ihm wenig Tee ein, ansonsten gibt sie ihm eine große Tasse voll. Der Grund ist folgender: sobald der Mann das Haus verlässt um auf die Toilette zu gehen, darf er nicht mehr zurückkommen. Wichtig ist es immer freundlich zu sein, und auf diese Weise kann sie ihm ohne Worte ihre Gefühle zeigen.
Überall war Tumerik  (Kurkuma) zum Trocknen aufgelegt. Die Knollen werden zuerst gekocht und danach in der Sonne getrocknet, bevor sie zu Pulver vermahlen werden. Tumerik wird z.B. auch als Mittel gegen Wochenbettdepression verwendet. Dazu nehmen die Frauen dreimal täglich ein Löffelchen Pulver mit Honig vermischt, bis sie sich wieder stabil fühlen.
Am Abend kamen wir in dem kleinen Dorf an, das durch das zuvor genannte Projekt unterstützt wird. Hier gab es ein Gemeinschaftshaus, das aus den Geldern finanziert worden war, in dem Gäste schlafen können und eine Küche, in der für sie gekocht wird. Die Arbeiten werden abwechselnd von den Dorfbewohnern übernommen, ohne dafür Geld zu bekommen. Jeder und jede ist stolz, etwas für die Gemeinschaft tun zu können. Seit drei Wochen gibt es auch ein Auto, in dem auch wir am nächsten Tag weiterfuhren, zuerst zum Pagodenfeld nach Kakku und dann zurück nach Nyaung Shwe.
Kakku mit seinen 2500 Pagoden ist erst seit 2001 für Touristen offen. 
Vor mehr als 2000 Jahren sah der damalige König ein besonders Licht über der Pagode in Kakku und befahl daraufhin allen Familien, hier eine Pagode zu bauen. Reiche Familien sollten große und arme Familien kleine Pagoden bauen. 
In Nyaung Shwe blieben wir noch eine Nacht und fuhren dann mit dem Bus nach Yangon






Wasserstraße nach Nyaung Shwe



Am Inle-See



Parkplatz am Markt






Markt in Nampan





















Phang Daw U Pagode



Beim Mittagessen



Restaurantküche



Pagodenfeld in Indein















Auf der Wanderung - Tumerik wird zum Trocknen aufgelegt






Knoblauchfelder






Beim Lunch






Vor dem Gemeinschaftshaus mit unserem Guide in traditioneller Pa-O-Hose



Weberin bei der Herstellung der typischen Taschen






"Drachenfrauen"









Kakku von oben






Kakku 















Bambus-Baugerüst







Noch ein Pagodenfeld in der Nähe von Kakku









Restaurant in Nyaung Shwe



Wird das was, Bruno?



Beim Heurigen nicht in der Wachau







Nachtrag:
Auf die Frage an Bruno "Wird das was?" kam prompt die Antwort:
Die Trauben sind von der Botritys Cynera befallen, ein gesunder Schimmelpilz. Das wird eine gute Beerenauslese.
Danke Bruno!!!