Freitag, 12. Juni 2026

Chongqing 

Schon bei der Planung unserer Chinareise ist mir die Stadt aufgefallen. Vorher hatte ich keine Ahnung, dass es diese Metropole überhaupt gibt.
Chongqing liegt  am Zusammenfluss der beiden Flüsse Jangtsekiang, bei uns als Jangtse bekannt, und dem Jialing Jiang.




Jangtsekiang, in China Chang Jiang genannt, bedeutet nicht umsonst langer Fluss, ist er doch mit 6380 km auch der längster Strom Asiens und der drittlängste weltweit. 
Sein Quellgebiet liegt in den Bergen der Provinz Qinghau, im Hochland von Tibet, welches jedoch nicht zum autonomen Bezirk Tibet gehört, und der Strom mündet bei Shanghai in das ostchinesische Meer.
An seinem Ober- und Mittellauf weist der Jangtsekiang viele Schluchten auf. Die bekanntesten sind die drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling zwischen Chongqing und Yichang, die inzwischen durch den umstrittenen Bau eines weiteren Großkraftwerkes, des Drei-Schluchten-Damms, geflutet wurden, so dass ein 600 km langer Stausee entstand, dessen Wasserspiegel bei Füllung auf 175 m über der Talsohle liegt.

Chongqing hat ungefähr 14 Millionen Einwohner, obgleich man unterschiedliche Zahlen präsentiert bekommt. Denn viele Angaben beziehen sich auf die gleichnamige Provinz. Dann wäre es die flächenmäßig größte und bevölkerungsreichste Stadt weltweit und das klingt ja wunderbar.
Doch auch 14 Millionen sind nicht so wenig und nach Peking und Shanghai ist es die drittgrößte Stadt landesweit.











Die Stadt hat eine rasante Entwicklung hinter sich und zeigt sich großteils als futuristische Metropole. Wir fühlten uns sehr wohl hier und Renate hatte wieder ein tolles Haus gebucht wo wir 6 Nächte untergebracht waren.

Mitten in der Millionenstadt gibt es einen historischen Teil, welcher auf einem Hügel liegend erhalten geblieben ist. Und dort, fast versteckt in einer Gasse, war unsere Almhütte, wie Renate immer sagt.







Die Almhütte ist jedoch ein altes historisch wertvolles und renoviertes Haus. Wir wurden herzlich empfangen......





......... und auch herzlich wieder verabschiedet. 





Dieser alte Teil der modernen Stadt wird 18 Steps genannt und verband früher über viele Stufen die untere Stadt am Fluss mit der um 150 hm höheren oberen Stadt.
Heute, alles toll restauriert, kann man hier sowohl kulturelle als auch kulinarische Schmankerl genießen. 
























Natürlich ist der Bezirk bei Touris sehr gefragt. Doch interessant, ab 20 Uhr ist Schluss mit lustig. Alle Geschäfte und die meisten Restaurants sperren am Abend zu, es wird so richtig ruhig. Super für uns, so konnten wir bei offenem Fenster sehr gut schlafen.

Auch das traditionelle Handwerk kommt nicht zu kurz, Renate wurde auch gleich einmal fündig.









Unzählige Möglichkeiten bietet die Stadt. Der Besuch des alten buddhistischen Klosters Arhat im Zentrum ist fast schon Pflicht, nicht nur wegen des Klosters selbst. Umgeben von Wolkenkratzern, bedrohlich eingeengt durch Tonnen von Beton ist es für mich ein Synonym für das Durchhaltevermögen des in China unterdrückten  Buddhismus, insbesondere des tibetischen Buddhismus oder auch anderer Religionen.






















Zwar ist Religion nicht generell verboten es gibt jedoch eine strenge staatliche Kontrolle, sie wird reguliert und unterliegt oft auch einer systematischen Unterdrückung. Vor allem der tibetische Buddhismus, aber auch der Islam oder christliche Glaubensgemeinschaften sind davon betroffen.
So wird Staatsdienern vorgeschrieben Atheisten zu sein,  nicht an religiösen Festen teilzunehmen oder eine Kora zu gehen. 
Eine Kora ist die rituelle Umrundung von heiligen Stätten wie Tempel, Klöstern, Stupas oder Berge im tibetischen Buddhismus.


In der Nähe des Klosters gibt es ein interessantes Kunstmuseum.






















Die Dimensionen der Stadt kann man am besten von oben erahnen. Dafür gibt mehrere Möglichkeiten, eine davon ist vom Dach des Internationalen Finance Centers. Um 15 Euro kann man mit einem Aufzug bis ganz nach oben fahren um dann von einer Höhe von 320 m nach unten schauen zu können. Wenn man will, ich wollte, Renate nicht. 












Eine weitere Möglichkeit die Stadt von einem anderen Blickwinkel betrachten zu können ist mit einer alten Seilbahn auf die andere Seite des Flusses zu fahren.







Auf alle Fälle lohnenswert, drüben ist das Leben irgendwie anders. Einfach einfacher. In den engen Gassen kann man kleine Märkte entdecken, wo ua. mehr oder weniger frisches Fleisch oder Fisch angeboten wird ......












...... man so manche lebende Tiere kaufen kann 












oder, skurrill aber eigentlich besser, in einem Cafe Tiere nicht tötet oder isst, sondern liebevoll streicheln kann.







Ein Erlebnis für sich ist ein abendlicher Besuch des Stadtteils Hongyadong.
Hongyadong, früher auch Hongya-Tor genannt, war einst eines der ältesten Stadttore Chongqings. Es liegt an der Cangbai Road, dem Schnittpunkt von Jangtse und Jialing. Dieser beeindruckende Ort wird auch als „Stelzenbau auf dem Felsen" bezeichnet. Bis 1949 war die Siedlung bewohnt. Nachdem die Schifffahrt am Fluss zum Erliegen kam, siedelten viele ab und die Häuser verkamen.
2006 wurden alle Gebäude abgerissen und neu, so wie oft in China, nach den alten Plänen wieder aufgebaut. Es ist heute eine Touristenattraktion mit unzähligen Möglichkeiten beim Shoppen oder Essen sein Geld loszuwerden. Surreal wirken die toll beleuchteten Häuser bei Nacht.





Überquert man die rot beleuchtete Brücke über den Jangtsekiang mit unzähligen Anderen, so hat man einen unvergesslichen Blick auf den so beeindruckenden Uferbereich.






Nach diesen erlebnisreichen Tagen in einer Großstadt sehnten wir uns wieder nach Ruhe und Beschaulichkeit.
Dies hofften wir in Leshan zu finden, einer für China kleinen Stadt, welche durch den weltweit größten in Stein gehauenen Buddha berühmt wurde.
































































 

































































































































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