Sonntag, 18. September 2022

Buchara

Am 07. September 2022 fahren wir mit dem Zug von Samarkand ins ca. 250 km entfernte Buchara.
Diese Stadt ist eine der bedeutendsten Städte der Region, ein Hauptknotenpunkt der Seidenstraße und das touristische Zentrum Usbekistans.
Es gibt einen sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern mit einer großen Zahl an historischen Medresen, Moscheen und anderen Baukunstwerken.
Das historische Zentrum Bucharas gehört seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Sehr angenehm ist, dass die gesamte Altstadt autofrei ist.
Wir wohnen im Lyabi House Hotel mitten im Zentrum. Dem Hotel angeschlossen ist das sehr gute Restaurant Ayvan mit einem wunderschönen Speisesaal und einer angenehmen Terrasse.









Außer den wirklich beeindruckenden orientalischen Gebäuden, den Restaurants und Hotels gibt es auch jede Menge Geschäfte und Basare mit Kleidung, Teppichen und Souvenirs. Die Verkäufer wollen natürlich ihre Waren an die Frau bzw. den Mann bringen, sind aber nicht wirklich aufdringlich.
Die Altstadt erweckt dadurch schon ein wenig den Eindruck eines Freilichtmuseums für Touristen, ähnlich Krumau oder auch der Innenstadt Salzburgs.





















Alle Sehenswürdigkeiten und deren jeweilige Museen, die es hier gibt bzw. die wir besuchen, aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Posts sprengen. 

































Wir haben uns für jeden Tag einige Bauwerke ausgesucht, die wir uns in Ruhe anschauen wollen, dazwischen gönnen wir uns immer wieder einen Tee und Süßes auf einer der schönen Dachterrassencafes.












Da wir fünf Nächte hier bleiben, haben wir auch Zeit, einen Ausflug in das ca. 40 km entfernte Keramikdorf Gijduvan zu machen. Dort gibt es noch eine Werkstätten, die auf traditionelle Weise mit Ton aus der Umgebung und Farben und Glasuren aus Steinen, Erden, Metalloxiden und einheimischen Pflanzen arbeitet und in Öfen mit Gas und Holz die Erzeugnisse brennt. In den 1960er Jahren konzentrierte sich die Keramikherstellung im Industriekombinat und unabhängige Töpferwerkstätten waren unerwünscht, es wurden von den Behörden sogar Brennöfen zerstört. In Gijduvan blieb von den 25 ansässigen Töpfereien nur  diese eine übrig.
Auch hier sind wir nicht die einzigen Besucher, Touristengruppen besuchen diese Werkstätte und es gibt auch die Möglichkeit, hier zu essen.















Ich darf mich auch noch an der alten Drehscheibe versuchen, was mir aber mehr schlecht als recht gelingt ; ). 










Brennöfen 


In Buchara gibt es noch ein altes Hammam aus dem 16. Jhdt., das für Frauen immer noch geöffnet ist. Das muss ich natürlich ausprobieren. Ich bin gerade die einzige Besucherin und werde von einer jungen Dame, die kein Wort englisch spricht, behandelt. Dazu gehört, dass ich gewaschen werde, dann einige Zeit im innersten, dem wärmsten, Raum 10 Minuten vor mich hindampfe und geschrubbt und gepeelt werde. Dazwischen leert mir die Therapeutin immer wieder schlüsselweise warmes Wasser über den Körper.
Am Schluss gibt es noch eine Massage und danach eine Ruhephase und Koreandertee. Ein etwas anderes SPA-Erlebnis, aber ich fühle mich danach sauber und erholt.




Garderobe des Hammam


 
Am 12. September fahren wir um 04:30 Uhr mit dem Nachtzug weiter ins ca. 400 km entfernte Chiwa.


Kommentare zu schreiben und zu veröffentlichen ist jetzt viel einfacher! 
Wir freuen uns auf zahlreiche Rückmeldungen, ... ; ) 



Samstag, 10. September 2022

 Samarkand

Am 07.09. 2022 fahren wir für 5 Nächte nach Samarkand, in die nächste Seidenstraßenstadt.
Mit dem Highspeedtrain Afrosiyob sind wir nicht einmal 2,5 Stunden unterwegs, wir bezahlen dafür pro Person € 13,- in der Businessclass, incl. Tee, Croissant und 2 Muffins. Das Reisen mit dem Zug ist in Usbekistan wirklich empfehlenswert, es ist komfortabel, günstig und über das Uz Railway-App problemlos zu organisieren.
In Samarkand wohnen wir im Guesthouse Billuri Sitora für € 60,- relativ zentral.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten können wir zu Fuß erreichen, dabei müssen wir zuerst eine Straße mit Gebäuden auf beiden Seiten entlang gehen, die alle ganz neu bzw. noch gar nicht wirklich fertig sind. Von unserem Hotelbesitzer erfahren wir, dass das alles gemacht wird, da am 15. und 16. September das Gipfeltreffen der SCO, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, stattfinden wird. Es durften nur Personen diese Häuser kaufen, die sich verpflichtet hatten, während des Treffens die Auslagen mit Kleidern, Möbel, Teppichen o.ä. zu bestücken, damit diese wie bereits geöffneten Geschäfte wirken, obwohl noch kein Einziges fertig ist. Durch diese Straße werden die Präsidenten, unter anderem aus Russland, China, Pakistan, Indien usw. zu neuen 5-Sterne-Hotels und Kongresszentren außerhalb der Stadt gefahren. Die ganze Stadt wird auch für die Einwohner in der Zeit vom 13.-16. September komplett gesperrt werden, niemand darf sein Haus verlassen. Die Menschen sollen es sich vorstellen wie einen Lockdown während Covidzeiten.
Zu sehen gibt es in Samarkand vieles, zuerst besuchen wir den Registan, einen großen Platz an dem sich an drei Seiten riesige Medresen (Koranschulen) aus dem 15. bzw. 17. Jhd. befinden. Das gesamte Ensemble ist unheimlich beeindruckend. 




















Es gibt nur mehr wenige Medresen in Usbekistan, die noch als Hochschulen genützt werden, acht für Männer und zwei für Frauen. Diese drei in Samarkand sind als Schulen nicht mehr in Verwendung. Man kann in all die verschiedenen Räume hineingehen, es befinden sich nämlich in fast allen noch so kleinen Zellen Souvenirshops mit Teppichen, Kleidern, Keramik u.ä.
















Entlang des, für Autos gesperrten, Weges zum Registan reihen sich viele historisch-orientalische Gebäude, Cafés und Shops.

In einer anderen Richtung befindet sich das Ulug-beg-Observatorium. Ulug-Beg, ein wichtiger Astronom und Mathematiker aus dem 15. Jhd., gründete eine der Medresen am Registan und auch das Observatorium. 






Mittagessen um ein paar Euro nach dem Besuch des Museums


Auf dem Weg zum Observatorium kommen wir an der Gräberstadt Schah-i Sinda vorbei, einer Ansammlung von beeindruckenden Mausoleen. Gestaltet wurden diese wunderbaren Grabstätten von Handwerkern, die, aus von Amur Timur eroberten Gebieten, hierher verschleppt worden waren. Timur ließ diese Gräber für seine Verwandten und engsten Vertrauten errichten.
















Am letzten Tag in Samarkand machen wir einen Ausflug in die nahen Berge zum Hazrat Davud. Ein Weg mit 1303 Stufen (300 hm) führt zu einer Höhle, in der es Handabdrücke des Propheten David, der von drei Weltreligionen verehrt wird (Islam, Christentum und Judentum), geben soll.
Die Höhle ist ein Pilgerziel, der Weg ist gesäumt von unzähligen Ständen mit Souvenirs.
Der Ausblick von oben ist schön und Josef ist glücklich, wieder einmal eine kleine Wanderung machen zu können. Wie so oft werden wir gefragt, ob wir uns mit den Leuten fotografieren lassen wollen. 
Am Ende der Wanderung, die wegen der Hitze ganz schön schweißtreibend ist, genießen wir eine ausgiebige Pause in einer lauschigen Laube bei Tee und Keksen.














Am Abend besucht Josef noch das wunderschön beleuchtete Registan, genießt die einmalige Stimmung und schießt viele herrliche Fotos.















Am nächsten Vormittag sehe ich mir noch eine traditionelle Papiererzeugung an. Aus den Fasern der Maulbeerbäume wird hier noch auf herkömmliche Art, mit der Kraft von Wasserrädern, wunderschönes Papier hergestellt. Das Ganze ist umgeben von einer herrlichen Gartenanlage. Natürlich muss ich ein paar Bögen des Papiers erstehen, mal sehen, ob daraus Weihnachtskarten werden können ; ).

















Um 12:38 Uhr geht es dann wieder mit dem Zug weiter nach Buchara.