Dienstag, 3. Februar 2026

Auf nach Vietnam

Morgen ist es soweit!
Diesmal werde ich alleine unterwegs sein, Josef kann sich im Winter nicht von Österreich trennen, er hofft immer noch auf Schnee und viele Schitouren ; ). "Außerdem fahren wir sowieso am 20. April für längere Zeit nach China", meint er.
Also fliege ich zuerst mit Elfi nach Bangkok und am nächsten Tag alleine weiter nach Hoi An.
Den Norden des Landes haben wir schon 2022 bereist, dieses Mal möchte ich Zentral- und Südvietnam erkunden.
Die Vorbereitungsarbeiten sind erledigt, ich habe mich eingelesen, eine flexible Route geplant, eVisum für Vietnam beantragt, Einreiseformular für Thailand (seit Mai 2025 nötig) ausgefüllt, eSIM gekauft...
Die vielen Arbeiten im und für das Haus fallen dieses Mal weg, Josef bleibt ja hier.
Ich freue mich schon, endlich weg aus der Kälte! 


Über Bangkok nach Vietnam

Am 4. Februar bringt mich Josef nach Neumarkt zum Bahnhof und ich fahre gemütlich mit dem Zug zum Flughafen nach Wien.
Im Flieger bekomme ich einen angenehmen Platz, darf beim Starten und Landen im Cockpit sitzen und komme nach einem ruhigen Flug pünktlich in Bangkok an.
Wie immer geht´s danach gleich zur Fußpflege, anschließend ins Tummy Yummy zum Abendessen und danach noch zur Fußmassage.



Elfis Zimmer ist sehr schön, die Betten gemütlich und ich verbringe  eine angenehme Nacht.
Am nächsten Morgen, nach einem tollen Frühstück geht es für Elfi wieder zurück nach Wien.                
Ich habe im Internet einen Cyanotype Workshop gefunden und verbringe die Zeit bis zum Abflug damit, dieses historische Druckverfahren auf Stoff auszuprobieren. Es gelingt nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber ich werde es zu Hause nochmal versuchen, nehme ich mir zumindest vor.





 
Ein bisschen komisch fühle ich mich jetzt schon.
Zuerst muss ich den Flug nach Da Nang hinter mich bringen, meine Flugangst nicht zu groß werden lassen. Aber das ist nicht der einzige Grund.  So lange war ich noch nie alleine unterwegs. Viele Leute meinen, dass du dich das traust, in deinem Alter... Haben sie vielleicht doch recht...?
Als ich dann in Vietnam ankomme und am späten Abend im Hotel in Hoi an einchecke ist das komische Gefühl weg und ich freue mich total, dass ich hier bin.



 
Am nächsten Tag leihe ich mir ein Rad aus und sehe mir die Altstadt an. Es ist sehr touristisch hier, aber ich fühle mich trotzdem wohl. 









Am ersten Tag sind gleich alle Gäste zum Mittagessen eingeladen. In zehn Tagen ist Neujahr, das chinesische Jahr des Pferdes beginnt, und die Feierlichkeiten beginnen bereits jetzt. 
Es werden sehr viele verschiedene Gerichte serviert, ich probiere mich durch und hoffe "das Beste". 







Und ja, ich vertrage es und fast alles schmeckt gut.
Zu einem Schneider möchte ich hier natürlich auch gehen, die Rezeptionistin empfiehlt mir "Ny Central Tailor" in der Altstadt, mit dem ich auch sehr zufrieden bin. Von zu Hause habe ich mir eine Hose mitgenommen, die ich mir gleich in drei Farben machen lasse ; ).
Die drei Tage hier in Hoi an verbringe ich gemütlich, mit Rad fahren, spazieren, Massagen..





 
Am 10. Februar fahre ich weiter nach Da Nang. Ich nehme mir ein Taxi, weil ich über die Marmorberge dorthin fahren will und so das Gepäck im Auto lassen kann.
Die Marmorhügel sind wirklich schön, es gibt viele Stufen und Wege, die zu verschiedenen Tempeln und Aussichtspunkten führen. Ich lasse mir Zeit und genieße die Gegend.









 
In Da Nang wohne ich im Hotel Chavana, das nur durch eine, allerdings stark befahrene, Straße vom Meer getrennt ist. Das Zimmer ist schön, aber klein und hat Stadtblick, was angenehm, da ruhig ist.
Am ersten Tag besuche ich einen Kaffee-Workshop. Diese werden in Vietnam überall angeboten, es wird hier ja auch Kaffee angebaut, die Sorten Arabica und Robusta. 
Wir probieren vier verschiedene Kaffeearten aus, den typischen Phin Filterkaffee, den Eierkaffee, der hauptsächlich von Touristen getrunken wird, den Salzkaffee und den Kokoskaffee. Mein Favorit ist der Salzkaffe, den man kalt mit Eiswürfeln genießt und der erfrischend schmeckt.
Zu Hause werde ich versuchen, den nachzumachen, dann können auch liebe Freunde in den Genuss kommen...; ).









Am zweiten Tag mache ich einen Kalligraphie Workshop. Ich bin die einzige Teilnehmerin und habe eine ganz liebe Lehrerin, die sich statt 1,5 Stunden 3 Stunden mit mir beschäftigt. Nach vielen Übungen mit dem Pinsel lerne ich das Wort "Geduld" auf vietnamesisch und schreibe es auf Karten und einen Fächer. 








Besonders jetzt zu Neujahr schenkt man sich gegenseitig gerne schöne Karten mit Worten für eine gutes Leben. 
Am Nachmittag sehe ich mir die Statue der weiblichen Bodhisattva des Mitgefühls an.







Am dritten Tag gehe ich bereits vor dem Frühstück am Meer entlang laufen. Obwohl es noch früh ist, ist es ordentlich anstrengend ; ). 
Gegen Mittag werde ich von einem Minibus abgeholt, der mich und zehn andere Personen nach Hue, der ehemaligen Kaiserstadt bringt. 
 
In Hue wohne ich etwas außerhalb des Zentrums in einem Homestay. Das Haus ist gänzlich japanisch eingerichtet, sehr sauber und die Besitzer sind unglaublich hilfsbereit und liebenswert. Über Grab, das vietnamesische Uber,
bestelle ich mir ein Auto und lasse mich zu den unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten fahren.

















Am nächsten Tag mache ich im nahe gelegenen Nationalpark Bach Ma eine längere Wanderung. Die Landschaft ist sehr schön und grün und es sind kaum Leute unterwegs.



Den nächsten Tag verbringe ich noch in Hue bevor ich am Abend mit dem Nachtzug nach Ho Chi Minh City fahre. Da an diesem Tag Neujahr ist sind viele Geschäfte und Restaurants geschlossen. Die wenigen, die geöffnet haben, verlangen um 20 - 50% höhere Preise.
Im Zug habe ich ein ganzes Schlafwagenabteil für mich alleine, die Einheimischen feiern diesen besonderen Tag gemeinsam mit ihren Familien und sind schon angekommen.
Um 23:00 Uhr werde ich geweckt, sechs Zugbegleiter kommen und schenken mir ein schön verziertes Kuvert mit etwas Geld, ein Glücksbringer für das Neue Jahr, das Jahr des Pferdes.
Um 24:00 Uhr werde ich wieder munter, lautstark erklingt ein Neujahrslied im Zug.
Nach 21 Stunden komme ich im ehemaligen Saigon an und nehme mir ein Grab zu einem kleinen Appartement. 
Hier kann ich meine Wäsche waschen und die weitere Reise planen.
 

  

Sonntag, 7. September 2025

Arslanbob, Toktogul und zurück nach Bishkek


Letze  Juliwoche 2025

Unsere nächsten Ziele, die nächsten Tage, brachten uns schön langsam wieder zu unserem Ausgangspunkt nach Bishkek.
Großteils abseits der Hauptstraße führte uns eine rumpelige Strecke durch eine romantische Gegend und kleine Dörfer - die hügelige Landschaft erinnerte uns an die Toskana -  in Richtung Arslanbob.
Auf den letzten 50 km veränderte sich jedoch die Landschaft wieder und die kleine Bergstadt Arslanbob war mit der Toskana nicht mehr zu vergleichen.
Eine quirliges Bergdorf am Fuße des über 4400 m hohen Berges Babash-Ata erwartete uns, stark muslimisch geprägt, mehr als im restlichen Kirgistan, und sehr touristisch und sehr laut. Das haben wir so nicht erwartet in dieser ansonsten abgeschiedenen Gegend, welche dem touristischen Ansturm nicht gewachsen scheint.




















Bekannt ist Arslanbob vor allem für die alten Walnusswälder in der Umgebung. 700 000 Hektar sollen sie groß sein und heute weniger bedroht als noch vor 20 Jahren, da verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Wälder beschlossen wurden.
Weg vom Trubel, hinein in den Wald der Walnüsse, das war unser Ziel. Renate fand über Google Maps eine Route. Über Stock und Stein, über abenteuerliche Holzbrücken und steile Wegeabschnitte erreichten wir nach gut einer Stunde mitten im romantischen Wald eine geeignete Stelle zum Campen.
Und es war ruhig, nur hin und wieder besuchten uns ein paar Kühe oder Esel. Oder auch Einheimische, welche sich um ihren Wald kümmerten.






So blieben wir 2 Nächte, genossen die Einsamkeit und Stille und erkundeten bei einer Wanderung auch die nähere Umgebung.








Das ungute Gefühl, welches wir am Beginn unserer Reise noch hatten, wenn wir nachts in der dunklen Wildnis übernachteten, war verflogen. Es ist ganz normal und auch erlaubt, in Kirgistan abseits im Auto oder Zelt zu übernachten, solange man den Platz wieder sauber hinterlässt.

Die dritte Nacht in Arslanbob schliefen wir in einer über Airbnb gebuchten Unterkunft in Arslanbob, wo wir auch einen Teil unserer Wäsche waschen konnten.

Das nächste Ziel unsere Reise -  Toktugul. Toktugul begeisterte uns bereits vor 3 Jahren, nicht unbedingt der Ort, sondern der See und die unglaubliche Landschaft rundherum.
Der See ist ein riesiger Stausee, welcher in der Zeit der sowjetischen Herrschaft errichtet wurde, hat eine Größe von 285 km2 und ist 65 km lang.
Nicht nur zur Stromerzeugung wird der Stausee genutzt, sondern auch zur Bewässerung der umliegenden, landwirtschaftlich genutzten Felder. Da die, den See speisende Flüsse, auch das benachbarte fruchtbare, zum größten Teil zu Usbekistan gehörende, Fergana Tal bewässerten, gibt es zwischen den beiden Ländern Abkommen, damit auch in Zukunft genügend Wasser die Ebenen erreicht.
Da aber, auch bedingt durch den globalen Klimawandel, Süsswasser wertvoller wird und diese Vereinbarungen nicht durchgehend eingehalten werden, gibt es diesbezüglich immer wieder Spannungen zwischen Kirgistan und Usbekistan.

Spannungsgeladen war es auch bei uns während der Nacht im Auto direkt am Ufer des Sees, nämlich die Luft.
Einem immer näher kommenden Gewitter und dem dazugehörigen Sturm waren wir unmittelbar ausgesetzt. Die halbe Nacht beschäftigte uns die Frage, was ist besser, unsere große Gaskartusche im Auto, oder weit weg von uns im Freien zu lassen. 
So kam das Gas vorher ins Auto und weit nach Mitternacht doch wieder, ein ordentliches Stück weit weg vom Auto, ins Freie.
Und das bei Sturm, welcher unser Auto zur Schaukel werden ließ und Renate schon Bedenken hatte, ob dabei nicht das Auto inklusive uns umgeweht werden könnte ; ).





So schlimm war es dann doch nicht, etwas gerädert genossen wir dann am nächsten Vormittag bei wechselhaftem Wetter ein kleines Frühstück. Auch die Gaskartusche hatte das Gewitter unbeschädigt überstanden.
Da durch das eher schlechte Wetter auch die ansonsten traumhafte Landschaft an Glanz verloren hatte, beschlossen wir, nach dem Frühstück Toktugul wieder zu verlassen.
So fuhren wir weiter in Richtung Bishkek und verbrachten noch einmal spontan irgendwo, weit abseits in der Wildnis, einen Abend und die Nacht im Auto.

Hinter den Bergen geht dir Sonne unter, weit weg sind einige Yurten zu sehen, ein kleiner Bach rauscht, ein Hund bellt manchmal irgendwo.
Die Flasche Wein schmeckt unglaublich gut.





Zurück in Bishkek.
Die letzten Tage unserer Reise, fast 6 Wochen sind wir jetzt schon unterwegs.
Ein letztes Mal genossen wir auf der Strecke nach Bishkek das tolle Fahrgefühl mit unserem Mitsubishi Delicia, welcher uns zuverlässig und ohne zu meckern, all unsere Strecken, ob bergauf oder bergab, ob gerade oder manchmal auch etwas schräg, durch das schöne Land Kirgistan fuhr.
An dieser Stelle auch vielen Dank an Anna und Igor, über die wir uns das Auto geliehen hatten. Jederzeit waren sie für uns bei Problemen oder Fragen zum Auto erreichbar oder gaben uns Infos zu Wetter und erkundeten sich von sich aus, ob alles in Ordnung sei.



Grundsätzlich sind es gerade die Menschen, die das Land ausmachen. Zusätzlich zur traumhaften Landschaft erlebt man ein Land, indem die Leute unglaublich freundlich, offen und hilfsbereit sind. Es ist eine ehrliche Freundlichkeit ohne Hintergedanken. 


Dies ist ein Geschenk, welches man kaum mehr irgendwo, besonders nicht in der westlichen Welt, erfahren kann. Reichtum und Wohlstand haben ihren Preis.

In Bishkek zurück waren wir bereits etwas müde. Wir besuchten noch den Osh Market und Renate brauchte noch einige Geschenke für Verwandte und Freunde.



















Zur selben Zeit wie wir waren auch unsere in Salzburg wohnenden Freunde Nurija und Saparbek in Bishkek. Um ihren Sohn Zamir und seine Familie und ihre alte Mutter zu besuchen sind sie nach Kirgistan gereist. 
Gemeinsam verbrachten wir eine schöne Zeit in der Hauptstadt, wurden zu einem gemütlichen Abendessen in ein georgisches Lokal eingeladen und  zusätzlich noch großzügig beschenkt. Unvergessliche Momente mit unglaublichen Menschen! Vielen lieben Dank!







Das war Kirgistan 2025.





September 2025

Aber auch in Europa gibt es sehr lohnende Ziele. Eines davon ist Griechenland. 
Peloponnes und die Insel Kithyra sind unserer nächsten Reiseziele. Sind bereits dorthin unterwegs, gerade auf der Fähre von Ancona nach Igoumenitsa.




Nicht aber ohne vorher ein wenig Italien in Chioggia und Parma genossen zu haben.